Zuletzt aktualisiert am : 25/03/2008

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:. Awesta || 10/01/2006 ||

Der Zoroastrismus war die älteste Religion der persischsprachigen Völker Irans und Mittelasiens. Er gilt zu Recht als erste Religion der Offenbarung. Das System der Weltanschauung des Zoroastrismus geht in seinem Wurzen tief in die Jahrhunderte zurück – bis hin zu Zeiten der Urgesellschaft. Davon zeugen viele halbvergessene mythologische Sujets und vereinzelte reale historische Schichten in der heiligen Schrift des Zoroastrismus – Awesta. Von Bedeutung für die gesamte Menschheit sind die ethischen Prinzipien der zoroastrischen Philosophie, die auf den Ideen „Gütiger Gedanke, Gütiges Wort, Gütige Sache“ basiert. Die archäologischen Untersuchungen und die Arbeit an den schriftlichen Quellen, darunter an dem Awesta, überzeugen immer mehr davon, dass die Weiten des Turan, insbesondere das Territorium des so genannten „Grossen Charism“, die Heimat des Zoroastrismus waren.

Die Spuren der religiösen Rituale und Bräuche im Zoroastrismus mit dem Deuten des Feuers, der erde, des Wassers und der Luft wurden an vielen archäologischen Denkmälern des Bronzezeitalters und der nachfolgenden Epochen auf dem Territorium Iran und Mittelasiens festgestellt und untersucht. Das Buch Awesta ist die älteste Quelle der Geschichte persischsprachisen Volkes. In ihm sind einzigartige Angaben über die historischen Prozesse der Epoche der ersten Zivilisationen und Staatsgebilde auf dem Territorium Mittelasiens konzentriert. Die über Jahrtausende angesammelten mythologischen Traditionen, die Sagen und Legenden des Volkes, die kosmo- theologischen Vorstellung, die Elemente des Erkennens der Natur und der Gesellschaft, die rituellen Texte, die von Generation zu Generation mündlich überliefert worden sind, wurden gesammelt sind und im 9 – 7. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung in ein einheitliches kanonisches System im Buch Awesta eingebunden. Dieses Ereignis war eine grundlegende Wende im kulturellen und geistigen Leben unserer Vorfahren.

Im Hinblick auf das Manuskript des Awestas schrieb Biruni darüber, dass sich ein Exemplar des Buches in der Schatzkammer des iranischen Schah Dareios befindet. Dieses auf 12.000 Blatt Pergament geschriebene Buch war ein wahres geistiges Vermächtnis der Völker des Ostens. Der von der Idee der Eroberung der Welt beseelte Alexander der Große gab den Befehl, das Manuskript des Awestas aus der Schatzkammer der Dareios zu verbrennen. Aber das Gedächtnis des Volkes hat die wichtigsten Abschnitte des Awestas erneut in der mündlichen Tradition erhalten. Nach einigen versuchen wurde schließlich im 6 Jahrhundert u. Z. das Awesta im Bestand von 21 Büchern erneut geschrieben, dieses mal schon mit Hilfe eines dafür speziell entwickelten Alphabets aus 48 Buchstaben, das seinesgleichen sucht, was die Präzision der Übermittlung der komplizierten Struktur des phonetischen Aufbaus der Sprache des heiligen Wortes des obersten Gottes des Zoroastrismus, Ahura Masda, und seines Propheten Zarathustra angeht. Im 7 – 8. Jahrhundert u. Z. ist dem Zoroastrismus und Awesta ein weiteres bitteres Schicksal zuteil geworden. Im Verlaufe der Eroberung Iran und Mittelasiens durch das arabische Kalifenreich wurde ein großer Teil des Awesta und der zoroastrischen Literatur vernichtet. Überlebt haben einzelne Kapitel der Bücher Yasna, Yascht, Vispered, der komplette Text des Buches Videvdat.

Die dem Propheten Zarathustra selbst zugeschriebenen Gathas (17 Gesänge) blieben in Buch Yasna – einem wichtigen Teil des Awestas – unversehrt. Ungeachtet der tausendjährigen Herrschaft des Islam in Iran und Mittelasien blieben im alltäglichen Leben, in den Gewohnheiten und Bräuchen, in den Denkweisen (Mentalität) zahllose Elemente des Zoroastrismus erhalten. Damit ist auch das Awesta ein unschätzbares Vermächtnis der geistigen Kultur unserer Vorfahren. In der Wissenschaft findet der gewaltige Einfluss der Zoroastrismus und des Awesta auf das kulturell-geistige Leben der Völker eines großen Teils der Antike hohe Anerkennung. Das macht das Awesta zu einem Gut der gesamten Menschheit.

Hat es noch die Menschheit zur sozialen Gerechtigkeit, zum vernünftigen Gleichgewicht zwischen natur und Gesellschaft, zur Wahrheit, zum Gütigen Gedanken, Gütigen Wort und zur Gütigen Sache aufgefordert, die für das Böse im Bewusstsein der Menschen keinen Platz lassen. Das Awesta mit seinen heiligen Ideen, die die geistige Welt der Menschheit erheben, dient auch heute den Menschen. Um die von Ahura mAsda geschaffene gute Welt zu vervollkommnen, ruft das Awesta dazu, sich zu Ideen des Guten und der Tugend hinzugeben. Grundlage der Tugend ist die Tätigkeit des Menschen, die die Kreaturen des Ahriman – des bösen Geistes, des Feindes von Ahura Masda – vernichtet. Awesta lehrt, dass die gute Welt des Ahura Masda unbedingt das von Ahriman ausgesehene Böse besiegen wird. Die Menschheit wird zu einem glücklichen Leben finden, weil sie von Ahura Masda als des Glückes würdig hervorgebracht wurde.

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