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Der Zoroastrismus
war die älteste Religion der
persischsprachigen Völker Irans
und Mittelasiens. Er gilt zu Recht
als erste Religion der Offenbarung.
Das System der Weltanschauung des
Zoroastrismus geht in seinem Wurzen
tief in die Jahrhunderte zurück
– bis hin zu Zeiten der Urgesellschaft.
Davon zeugen viele halbvergessene
mythologische Sujets und vereinzelte
reale historische Schichten in der
heiligen Schrift des Zoroastrismus
– Awesta. Von Bedeutung für
die gesamte Menschheit sind die ethischen
Prinzipien der zoroastrischen Philosophie,
die auf den Ideen „Gütiger
Gedanke, Gütiges Wort, Gütige
Sache“ basiert.
Die archäologischen Untersuchungen
und die Arbeit an den schriftlichen
Quellen, darunter an dem Awesta, überzeugen
immer mehr davon, dass die Weiten
des Turan, insbesondere das Territorium
des so genannten „Grossen Charism“,
die Heimat des Zoroastrismus waren.
Die Spuren der religiösen
Rituale und Bräuche im Zoroastrismus
mit dem Deuten des Feuers, der erde,
des Wassers und der Luft wurden an
vielen archäologischen Denkmälern
des Bronzezeitalters und der nachfolgenden
Epochen auf dem Territorium Iran und
Mittelasiens festgestellt und untersucht.
Das Buch Awesta ist die älteste
Quelle der Geschichte persischsprachisen
Volkes. In ihm sind einzigartige Angaben
über die historischen Prozesse
der Epoche der ersten Zivilisationen
und Staatsgebilde auf dem Territorium
Mittelasiens konzentriert. Die über
Jahrtausende angesammelten mythologischen
Traditionen, die Sagen und Legenden
des Volkes, die kosmo- theologischen
Vorstellung, die Elemente des Erkennens
der Natur und der Gesellschaft, die
rituellen Texte, die von Generation
zu Generation mündlich überliefert
worden sind, wurden gesammelt sind
und im 9 – 7. Jahrhundert vor
unserer Zeitrechnung in ein einheitliches
kanonisches System im Buch Awesta
eingebunden. Dieses Ereignis war eine
grundlegende Wende im kulturellen
und geistigen Leben unserer Vorfahren.
Im Hinblick auf das
Manuskript des Awestas schrieb Biruni
darüber, dass sich ein Exemplar
des Buches in der Schatzkammer des
iranischen Schah Dareios befindet.
Dieses auf 12.000 Blatt Pergament
geschriebene Buch war ein wahres geistiges
Vermächtnis der Völker des
Ostens. Der von der Idee der Eroberung
der Welt beseelte Alexander der Große
gab den Befehl, das Manuskript des
Awestas aus der Schatzkammer der Dareios
zu verbrennen. Aber das Gedächtnis
des Volkes hat die wichtigsten Abschnitte
des Awestas erneut in der mündlichen
Tradition erhalten. Nach einigen versuchen
wurde schließlich im 6 Jahrhundert
u. Z. das Awesta im Bestand von 21
Büchern erneut geschrieben, dieses
mal schon mit Hilfe eines dafür
speziell entwickelten Alphabets aus
48 Buchstaben, das seinesgleichen
sucht, was die Präzision der
Übermittlung der komplizierten
Struktur des phonetischen Aufbaus
der Sprache des heiligen Wortes des
obersten Gottes des Zoroastrismus,
Ahura Masda, und seines Propheten
Zarathustra angeht. Im 7 – 8.
Jahrhundert u. Z. ist dem Zoroastrismus
und Awesta ein weiteres bitteres Schicksal
zuteil geworden. Im Verlaufe der Eroberung
Iran und Mittelasiens durch das arabische
Kalifenreich wurde ein großer
Teil des Awesta und der zoroastrischen
Literatur vernichtet. Überlebt
haben einzelne Kapitel der Bücher
Yasna, Yascht, Vispered, der komplette
Text des Buches Videvdat.
Die dem Propheten
Zarathustra selbst zugeschriebenen
Gathas (17 Gesänge) blieben in
Buch Yasna – einem wichtigen
Teil des Awestas – unversehrt.
Ungeachtet der tausendjährigen
Herrschaft des Islam in Iran und Mittelasien
blieben im alltäglichen Leben,
in den Gewohnheiten und Bräuchen,
in den Denkweisen (Mentalität)
zahllose Elemente des Zoroastrismus
erhalten. Damit ist auch das Awesta
ein unschätzbares Vermächtnis
der geistigen Kultur unserer Vorfahren.
In der Wissenschaft findet der gewaltige
Einfluss der Zoroastrismus und des
Awesta auf das kulturell-geistige
Leben der Völker eines großen
Teils der Antike hohe Anerkennung.
Das macht das Awesta zu einem Gut
der gesamten Menschheit.
Hat es noch die Menschheit
zur sozialen Gerechtigkeit, zum vernünftigen
Gleichgewicht zwischen natur und Gesellschaft,
zur Wahrheit, zum Gütigen Gedanken,
Gütigen Wort und zur Gütigen
Sache aufgefordert, die für das
Böse im Bewusstsein der Menschen
keinen Platz lassen. Das Awesta mit
seinen heiligen Ideen, die die geistige
Welt der Menschheit erheben, dient
auch heute den Menschen. Um die von
Ahura mAsda geschaffene gute Welt
zu vervollkommnen, ruft das Awesta
dazu, sich zu Ideen des Guten und
der Tugend hinzugeben. Grundlage der
Tugend ist die Tätigkeit des
Menschen, die die Kreaturen des Ahriman
– des bösen Geistes, des
Feindes von Ahura Masda – vernichtet.
Awesta lehrt, dass die gute Welt des
Ahura Masda unbedingt das von Ahriman
ausgesehene Böse besiegen wird.
Die Menschheit wird zu einem glücklichen
Leben finden, weil sie von Ahura Masda
als des Glückes würdig hervorgebracht
wurde.
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